Homeschooling bringt Heimerziehung ans Limit

Seit elf Monaten Pandemie, wiederkehrende Lockdowns und kurzfristige Quarantänesituationen bringen nicht nur Eltern, sondern auch die Fachkräfte in den stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland immer öfter an ihre Grenzen.

Damit die Einrichtungen ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag auch weiterhin nachkommen können, fordert der VPK Bundesverband die Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene dazu auf, schnelle und pragmatische Lösungen im Hinblick auf die Finanzierung zusätzlichen Personals sicherzustellen.

Die Annahme, dass ein*e Mitarbeiter*in zur Beschulung am Vormittag ausreicht, hat sich als nicht haltbar erwiesen. Die Anforderungen seitens der Lehrkräfte sind immens. Vormittags Beschulung, nachmittags Hausaufgabenbetreuung. Hinzukommt, dass unser Klientel von seelischer Behinderung bedroht und die Beschulung deutlich aufwendiger ist.

Eine Fachkraft kann nicht mit bis zu zehn Kindern aus unterschiedlichen Schultypen, Schulen und Jahrgängen Homeschooling abhalten!

Wir stellen daher fest, dass Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen in Zeiten der Pandemie massiv benachteiligt werden und ihr Recht auf Bildung aktuell nur begrenzt erhalten.

Aus unserer Sicht bedarf es einer Beschulung in einem Verhältnis von ein*e Mitarbeiter*in zu drei Betreuten. 

Aufgrund dieser Umstände hat sich der VPK Bayern e.V. am 03.02.2021 in einem Brief an den neuen Bayerischen Staatsminister Klaus Holetschek um Unterstützung gewandt. Auch haben wir uns diesbezüglich nochmals an den bayerischen Städte- und Landkreistag gewandt.

Parallel dazu hat der VPK Bundesverband eine Presserklärung hierzu veröffentlicht.